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Herzdruckmassage und AED: Wiederbelebung Schritt für Schritt

So erkennen Sie einen Kreislaufstillstand, so drücken Sie richtig, und so setzen Sie einen Defibrillator ein.

Grundlagen

Warum jede Minute zählt

Bei einem Kreislaufstillstand wird das Gehirn nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Ohne Hilfe sinkt die Überlebenschance mit jeder Minute um etwa zehn Prozent. Der Rettungsdienst braucht oft acht Minuten oder länger. Was bis dahin passiert, entscheiden die Menschen, die daneben stehen.

Der einzige Fehler ist, nichts zu tun. Sie können mit einer Herzdruckmassage nichts schlimmer machen, und ein AED gibt nur dann einen Schock ab, wenn er ihn für nötig hält.

Erkennen

Prüfen, rufen, drücken

  1. Ansprechen und anfassen. Sprechen Sie die Person laut an und rütteln Sie sie leicht an den Schultern.
  2. Atmung prüfen. Keine Reaktion: Kopf überstrecken, Kinn anheben und höchstens zehn Sekunden sehen, hören, fühlen. Schnappatmung, also seltene, tiefe, unregelmäßige Atemzüge, ist keine normale Atmung.
  3. Notruf 112 und AED. Atmet die Person nicht normal, rufen Sie 112, am besten mit Lautsprecher, und lassen Sie einen Defibrillator holen, wenn einer in der Nähe ist. Die Leitstelle leitet Sie am Telefon an.
  4. Sofort mit der Herzdruckmassage beginnen. Atmet die Person normal, gehört sie stattdessen in die Seitenlage.
Technik

So drücken Sie richtig

  • Position: Die Person liegt auf dem Rücken auf festem Untergrund. Knien Sie seitlich daneben.
  • Druckpunkt: Mitte des Brustkorbs, auf der unteren Hälfte des Brustbeins. Einen Handballen darauf, die zweite Hand darüber.
  • Tiefe: 5 bis 6 Zentimeter, mit gestreckten Armen senkrecht von oben.
  • Tempo: 100 bis 120 Mal pro Minute.
  • Entlasten: Nach jedem Druck den Brustkorb vollständig zurückfedern lassen, ohne die Hände abzuheben.
  • Nicht unterbrechen: Pausen so kurz wie möglich halten.

Wenn Sie beatmen können und wollen: nach 30 Kompressionen 2 Beatmungen, jede etwa eine Sekunde, bis sich der Brustkorb hebt. Wenn nicht, drücken Sie ohne Unterbrechung weiter. Sind mehrere Helfer da, wechseln Sie sich etwa alle zwei Minuten ab, weil die Kraft schnell nachlässt.

Defibrillator

Den AED einsetzen

  1. Einschalten und den Sprachanweisungen folgen. Die Herzdruckmassage läuft weiter, bis das Gerät etwas anderes sagt.
  2. Elektroden aufkleben auf den freien Oberkörper, wie auf den Elektroden abgebildet: eine rechts unterhalb des Schlüsselbeins, eine links seitlich unterhalb der Achsel.
  3. Während der Analyse niemand die Person berühren.
  4. Schock auslösen, wenn das Gerät dazu auffordert, und darauf achten, dass niemand die Person berührt.
  5. Sofort weiterdrücken, ohne auf eine Reaktion zu warten. Der AED analysiert nach etwa zwei Minuten erneut.
Dauer

Wann Sie aufhören dürfen

Machen Sie weiter, bis der Rettungsdienst übernimmt, bis die Person wieder normal atmet oder sich bewegt oder bis Sie körperlich nicht mehr können. Atmet die Person wieder normal, bringen Sie sie in die Seitenlage und kontrollieren die Atmung laufend.

Sicherheit

Keine Angst vor Fehlern

  • Rechtlich sind Sie zur Hilfe verpflichtet, soweit sie zumutbar ist (§ 323c Strafgesetzbuch). Wer in guter Absicht hilft, haftet nur bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit.
  • Versichert sind Ersthelfer über die gesetzliche Unfallversicherung (§ 2 Sozialgesetzbuch VII), falls ihnen bei der Hilfe etwas zustößt.
  • Kinder und Säuglinge werden abweichend wiederbelebt. Wenn Sie das nicht gelernt haben, wenden Sie das Vorgehen für Erwachsene an. Das ist besser als nichts zu tun.

Weitere kostenlose Ratgeber: Stabile Seitenlage  ·  Erste Hilfe auffrischen  ·  Erste-Hilfe-Unterweisung im Betrieb

Stand: September 2026, auf Grundlage der Leitlinien des European Resuscitation Council und der Reanimationsleitlinien 2025 des Deutschen Rates für Wiederbelebung. Dieser Ratgeber ersetzt keinen Kurs mit praktischen Übungen. Wer unsere Inhalte verantwortet, steht unter Fachliche Verantwortung.

Wiederbelebung und AED sicher beherrschen

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